48h Lauf in Gols

Ausgerechnet am bisher heißesten Wochenende des Jahres fand der 48h Lauf in Gols statt. Wie im Vorjahr, nahm Gerald Kny auch heuer die Herausforderung an, 48 Stunden zu laufen! 

 

Von Beginn an stark unterwegs, schaffte er in den zwei Tagen insgesamt 280,39km und wurde toller Fünfter der Gesamtwertung. In der AK 40 wurde er sogar Zweiter! 

Bravo Gerald für so viel Durchhaltevermögen!

 

Hier sein Bericht...

Hallo zusammen,

ja schon zum Zweiten Mal wagte ich mich auf die absolute Langdistanz, den 48 Stunden Lauf von Gols.

Leider war ich diesmal der einzige Laufwunder Läufer der die Herausforderung annahm, aber zum Glück war Melanie wieder dabei um mich zu Betreuen.

 

Wir waren diesmal schon am Vortag angereist, und so konnten wir uns in Ruhe vorbereiten. Am Freitag bei der Läuferbesprechung sahen wir viele bekannte Gesichter, und so konnte ich noch Erfahrungen über die letzten Ultraläufe austauschen. Um 10:00 fiel der Startschuss, und das Feld setzte sich in Bewegung. Nach dem ich letztes Jahr so sensationell gut war hatte ich natürlich große Pläne. Unser Plan: 45Km oder 5 Stunden 40 Minuten zu laufen und dann 20 Minuten Pause.

Lange Zeit war ich sehr gut unterwegs und hatte keinerlei Probleme. Meine Verpflegung und Flüssigkeitsaufnahme war ja schon mehrmals erprobt und funktionierte sehr gut. Melanie reichte mir immer zur richtigen Zeit Getränke oder kleine Portionen zum Essen. Leider stiegen die Temperaturen am Freitag schon auf 30 Grad, und der starke Wind sorgte dafür, dass ich dauernd einen trockenen Mund hatte. Aber ich kam

ohne Probleme über den Tag und konnte nach dem es abgekühlt hatte wieder richtig Kilometer sammeln.

 

Tag 2.

Schon im Morgengrauen sah man keine Wolke am Himmel, und so kam was kommen musste. Der Backofen Gols war eröffnet. Schon ab 09:00 Uhr war es heiß und der letzte Schatten hatte sich verabschiedet. Meine Pausen wurden immer länger, und wenn ich auf der Strecke war hatte das schon Charakter von Spazierengehen. Aber irgendwann als die Temperaturen jenseits von 30 Grad waren, wurde jeder Meter zur Qual. Ich Bewegte mich auf Sparflamme und wollte so viel Energie wie möglich für die Nacht aufheben. Irgendwann nach einer gefühlten, unendlichen Ewigkeit verschwand die Sonne und die Temperaturen wurde erträglich. Der Asphalt strahlte die Hitze vom Tag, noch über Stunden ab. Melanie hatte mich bis jetzt perfekt verpflegt, denn ich hatte wie sonst so oft, überhaupt keine Problem mit dem Magen. Als es abkühlte bekam ich immer größere Probleme mit dem Kreislauf, mir war ständig richtig kalt, denn erst jetzt spürte ich wie überhitzt ich noch war. Die letzte Schlafpause war kurz vor Mitternacht geplant, danach sollte sich Melanie ausschlafen, denn sie musste ja am Sonntag noch heimfahren. Bevor sich Melanie niederlegte bereitete sie natürlich noch die Verpflegung und Getränke für mich vor. Wir hatten vom letzten Jahr gelernt, diesmal hatte ich in der Nacht immer heiße Getränke, die in Thermoskannen bereitgestellt waren. Die Kaffeemaschine fehlte natürlich auch wieder nicht.

 

Der Plan bis zum Ende durchzulaufen funktionierte natürlich nicht, denn noch bevor es hell wurde war mir wieder so bitter kalt, das ich nicht mehr wusste wie ich mich vorwärts bewegen sollte. Natürlich hatte ich schon zur Halbzeit einmal vorsichtig auf den zweiten Platz in der AK spekuliert und jetzt ein paar Stunden vor Schluss wollte ich diese Platzierung natürlich nicht mehr hergeben. Die heißen Getränke und auch eine Suppe bei der Labe halfen mir nicht mehr ich war absolut ausgekühlt, mein Kreislauf im Keller und bewegte mich nur noch in Zeitlupe vorwärts. Eine zusätzliche Schlafpause musste dringend her. Ich weckte Melanie auf und Sie bereitete alles im Wohnmobil vor. Standheizung Vollgas und ab ins Land der Träume, natürlich machte ich mir

noch Gedanken, wie viel Martin, der auf Platz 3 lag aufholen wird.

 

Nach 1 Stunde und 40 Minute wurde ich munter, sofort setzte ich mich auf und begann mich wieder anzuziehen. Zum Glück wurde Melanie nicht munter und so konnte Sie wenigstens ihren wohlverdienten Schlaf vorsetzen. Als ich meine Füße irgendwie wieder in die Schuhe hineingezwängt hatte, und mich in Bewegung setzte war mein erster Weg sofort zur Anzeigentafel, denn ich war schon gespannt wie viel Martin der Läufer hinter mir aufgeholt hatte. Jetzt sah ich, dass wir schon mit absolut stumpfen Waffen kämpften, denn mein Verfolger hatte gerade einmal zwei Runden zurückgelegt. Also hätte ich ruhig noch liegenbleiben können. Aber nach dem ich schon auf der Strecke war setzte ich natürlich das Rennen fort. Irgendwann wollte ich mich mit 270 Kilometern zufrieden geben, Melanie meinte 275 hört sich besser und ich dachte mir dann auf 5 Kilometer kommt es jetzt auch nicht mehr an. Es war zwar noch ein bisschen Zeit über aber ich beendete das Rennen mit diesem super Ergebnis.

 

Diese Leistung bei der Hitze ist alleine natürlich nicht möglich. Mein Dank gilt auch Ulla die mich Tage zuvor schon bestens unterstützte indem Sie mir gewisse alltags Tätigkeiten abgenommen hat. Vor so einer Herausforderung muss man natürlich auch im Kopf frei sein. Melanie ist an diesem Erfolg mit mindestens 50% beteiligt, denn einen Läufer über so viele Stunden, zu versorgen und motivieren, und das selbst unter Schlafentzug und dabei immer gute Laune zu haben ist sicher nicht einfach. Noch einmal besten Dank.

 

Die Veranstaltung war wieder super organisiert, tolles Team welches wirklich um jeden Läufer bemüht ist. Eine Labe bei der es 48 Stunden lang wirklich alles gibt. Auch an den Veranstalter ein herzliches Dankeschön.

 

Bis bald Gerald. 

 

Hier findest du alle Ergebnisse

 

Viele tolle Bilder findest du in unserer Bildergalerie!

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Kommentare: 1
  • #1

    Gerald (Montag, 13 Februar 2017 19:07)

    Ja, ich werde die Herausforderung wieder in Angriff nehmen, und vielleicht kann ich die Leistung aus dem Vorjahr noch einmal überbieten. Hoffe nur, dass ich nicht alleine überbleibe.